ORGANISATIONEN & ZUSAMMENARBEIT
Viele Arbeitswelten.
Ein geschärfter Blick.
Soziale Einrichtungen, kleine Unternehmen, große Industriekonzerne, Verwaltung und Forschung: Die Begegnung mit unterschiedlichen Strukturen und Kulturen prägt meinen beruflichen Blick ebenso wie die einzelnen Projekte.
Die Beispiele stammen aus meinen beruflichen Stationen.
Die formulierten Erkenntnisse werden auf den anderen Seiten mit weiteren Erlebnissen vertieft.
Welche Organisationen ich kennengelernt habe
SOZIALE ORGANISATIONEN
Auftrag, Menschen und begrenzte Mittel
Kontext: Jugendbildung bei den Falken, soziale Projekte bei IBPro und Beratungsarbeit im Umfeld von BBJ.
Meine Rolle
Sozialpädagoge, Geschäftsführer, Trainer und Berater; unter anderem Entwicklung eines QM-Werkzeugkoffers.
Beobachtungsschwerpunkt: Fachliche Ansprüche, ehrenamtliche und hauptamtliche Zusammenarbeit sowie verständliche Arbeitsabläufe.
Erkenntnis
Soziale Organisationen sind meistens komplexer als wirtschaftlich tätige Unternehmen. Organisationsentwicklung sollte den sozialen Auftrag gezielt unterstützen und den Arbeitsalltag mit möglichst einfachen, umsetzbaren Mitteln erleichtern.
INDUSTRIE & GROSSE UNTERNEHMEN
Wissen über Bereichsgrenzen hinweg
Kontext: Audi Akademie, Wissensmanagement bei Audi und VW sowie Kompetenzmanagement für die Audi Einkaufsakademie.
Meine Rolle
Organisationsberater und Trainer, 2002–2008.
Beobachtungsschwerpunkt: Arbeitsteilung, formale Zuständigkeiten, Wissensflüsse und das Zusammenspiel verschiedener Fachbereiche.
Erkenntnis
Je stärker Aufgaben aufgeteilt sind, desto bewusster müssen Übergänge und Wissenstransfer gestaltet werden. Das ineinandergreifende Zusammenspiel von Mensch, Organisation und Technik ist der Schlüssel erfolgreicher Veränderungsprozesse.
KLEINE & MITTLERE UNTERNEHMEN (KMU)
Kurze Wege und persönliche Verantwortung
Kontext: Beratung durch C&IS, EQUAL-Projekte und regionale Wirtschaftsförderung bei der Augsburg AG.
Meine Rolle
Geschäftsführer, Berater und Projektmitarbeiter; unter anderem regionale Plattformen und Werkzeuge für KMU.
Beobachtungsschwerpunkt: Unmittelbare Entscheidungen, personengebundenes Wissen und die Verbindung von Tagesgeschäft und Weiterentwicklung.
Erkenntnis
KMU und kleine Organisationen brauchen überschaubare Werkzeuge und Vorgehensweisen, die einen erkennbaren Nutzen für ihre tägliche Arbeit ergeben. Der unreflektierte Transfer von etablierten Methoden, meist entwickelt für größere Organisationen, demotiviert auch wohlwollende Kunden. Hier ist beraterische Flexibilität und Kreativität gefragt. Vor allem ist mit kleinen, schnell realisierbaren Schritten zu beginnen, damit die beteiligten Menschen die Veränderung auch verarbeiten können.
VERWALTUNG, HOCHSCHULEN & FORSCHUNG
Unterschiedliche Logiken verbinden
Kontext: Kommunale Klimaschutzkonzepte, Smart Cities & Regions, SDDI-Modellregionen und das Forschungsprojekt SMIC.
Meine Rolle
Projektleiter, Koordinator und Vermittler zwischen beteiligten Organisationen.
Beobachtungsschwerpunkt: Öffentlicher Auftrag, wissenschaftliche Fragestellungen und praktische Umsetzung mit verschiedenen Zuständigkeiten und Zeitabläufen.
Erkenntnis
Gemeinsame Vorhaben benötigen eine verständliche Aufgabe, klare Verantwortlichkeiten und Raum für unterschiedliche Perspektiven. Öffentlich geförderte Projekte unterliegen besonderen Auflagen, die flexibles Handeln vor Ort erschweren können. Neben dem sinnvollen Einsatz der bewilligten Mittel besteht die Herausforderung darin, unterschiedliche Interessen sichtbar zu machen und gemeinsame Lösungen zu entwickeln.
GENOSSENSCHAFTEN & NETZWERKE
Zusammenarbeit ohne gemeinsame Hierarchie
Kontext: KlimaKom eG, Smart Energy Partners und Digitalraum Main–Donau–Moldau e.V.
Meine Rolle
Gründungsvorstand, Geschäftsführer, Projektleiter und Vereinsvorstand in unterschiedlichen Stationen.
Beobachtungsschwerpunkt: Geteilte Ziele, eigenständige Mitglieder, Verbindlichkeit und Zusammenarbeit über Organisations- und Ländergrenzen hinweg.
Erkenntnis
Der Auf- bzw. Ausbau eines Netzwerks bzw. eines Unternehmens braucht mehr als Kontakte: gemeinsame Aufgaben, gegenseitiges Vertrauen und verlässliche Beiträge.
Vor allem braucht es ein kreatives Gründungsteam mit fachlichen, juristischen, finanziellen und menschlichen Fähigkeiten. Es sollte die Grenzen der eigenen Kenntnisse ebenso erkennen wie die Grenzen externen Expertenwissens. Gleichzeitig braucht es den Mut, auch in schwierigen Situationen weiterzumachen.
GRÜNDUNG & AUFBAU
Organisationen nicht nur kennenlernen, sondern mit aufbauen.
Mittlerweile habe ich vielfältige Erfahrungen bei der Gründung von Organisationen unterschiedlicher Rechtsformen gesammelt: Verein, GmbH, GbR, EWIV und Genossenschaft.
Damit erweitert sich mein Blick als Berater, Trainer und Projektleiter um die Perspektive des Gründens: Wie wird aus einer gemeinsamen Idee eine Organisation, in der Menschen zusammenarbeiten und Verantwortung übernehmen?
Zu diesen Stationen gehören die Gründung der C&IS GmbH, der Smart EnergyPartners GmbH und der Begleithunde München Steincke & Steincke GbR sowie meine Tätigkeit als Gründungsvorstand von KlimaKom eG und meine Mitarbeit bei der Gründung der Pro Regio Europa EWIV.
Erkenntnis
Beim Aufbau einer Organisation müssen gemeinsamer Zweck, Verantwortlichkeiten und die tatsächliche Zusammenarbeit zusammenfinden.
Die Erfahrungen mit unterschiedlichen Rechtsformen erweiterten meinen Blick auf diese Gestaltungsaufgabe: Welche Vor- und Nachteile bringt eine Rechtsform mit sich, und wie lässt sich damit wirkungsvoll arbeiten? Professionelle Begleitung ist dabei unverzichtbar. Gerade bei selteneren Rechtsformen ist passende Expertise jedoch oft schwer zu finden.
Was mich daran besonders interessiert
Wie unterscheiden sich formale Strukturen und die tatsächlich gelebte Zusammenarbeit? Wo entstehen Entscheidungen? Wie wird Wissen weitergegeben? Und was hilft Menschen, Veränderungen mitzugestalten?
Diese Fragen verbinden das Thema Organisationen mit Wissen, Technik, Gesellschaft, Klima und Lernen.